Aperol? Ja, darf man!

Das Flaschendesign wirkt liebevoll retro – der Likör ist knallorange und einzigartig.

Viele Jahre lang hatte Aperol ein etwas hausbackenes Image und sammelte in den hintersten Ecken der Bars Staub. Seit einiger Zeit aber feiert er ein starkes Comeback als Hauptbestandteil vieler spannender Drinks und Cocktails. Deshalb hier ein paar Facts, die ihr über Aperol wissen müsst:

Aperol ist kein Campari (oder nicht wirklich)

Vermutlich das Wichtigste, das man über Aperol wissen muss: Es ist nicht dasselbe wie Campari. Es wäre ziemlich einfach, die beiden zu verwechseln, auch deshalb, weil Apero zur Campari-Gruppe gehört. Was zur Verwirrung beiträgt: Bei beiden Getränken handelt es sich um orange Bitterliköre, die in etwa so schmecken, wie wenn man eine Zitronenbombe in eine Apotheke wirft. Trotzdem gibt es einige wichtige Unterschiede, die wir weiter unten erklären werden, aber der wichtigste zuerst: Campari ist mehr als Aperol: Er ist dunkler, hat einen höheren Alkoholgehalt, und ist auch etwas bitterer. Aperol ist etwas weicher und leichter, etwas, das man pur on the rocks am Pool sippen kann, ohne, dass es einem vor lauter Bitterkeit das ganze Gesicht zusammenzieht und so den Insta-Moment komplett ruiniert.

Aperol ist ein „low alcohol“ Drink

Für einen Drink mit so vielen Geschmackselementen ist es eigentlich ziemlich überraschend, dass er nur gerade 11% Volumenalkohol enthält, also in etwa soviel wie ein Pinot Grigio. Wenn man bedenkt, dass Aperol im Jahr 1919 lanciert wurde, und Drinks mit tiefem Alkoholgehalt eigentlich erst in den letzten Jahren so richtig trendy wurden, war Aperol seiner Zeit um ca. hundert Jahre voraus.

Aperol Spritz ist so populär, dass viele Leute ihn instinktiv zuerst hassen (für ein paar Minuten)

Aperol pur ist ein ziemlich „zugeknöpfter“ Drink, auch wenn sich seine Geschmacksnoten mit Eis etwas öffnen. Aber sobald man ihn mit Prosecco und etwas Club Soda mixt, verzaubert er sich in einen trendigen und wunderbar spritzigen Sommerdrink, der jedem Rosé das Wasser reichen kann. Gerade wegen seiner Popularität meiden ihn aber viele Leute – man will ja schliesslich kein Mainstream sein…! Es existieren sogar endlose Internetdiskussionen darüber, ob man als „Nicht-dem-Mainstream-verfallener-Geniesser“ überhaupt Apérol Spritz trinken darf und soll. Unsere Meinung: Auf jeden Fall!

Aperol erfrischt und belebt

Die Hauptbestandteile von Aperol sind süsssaure Orangen, dazu Rhabarber sowie einige geheime Kräuter, Wurzeln und Gewürze. Bei diesem Mix denkt man zwar vielleicht zuerst an einen würzigen Winterbraten. Den Gebrüdern Barbieri ist es aber gelungen, genau soviel jeder Geschmacksnote einzubinden, dass eine Mischung entsteht, die einerseits delikat, aber auch würzig ist, und den geheimen Geschmacksnuancen einen wunderbaren Rahmen bietet. 

Nintendo und Aperol beweisen, dass italienische Brüder doch cool sind zusammen

Wir alle wissen, dass Nintendo-Mario und -Luigi zwar nicht grad „best friends“ sind, aber wenn’s darum geht, King Koopa zu eliminieren und die Prinzessin zu retten, tun sie sich zusammen und machen das gemeinsam.

Auch Aperol ist das Kind zweier italienischer Brüder – Luigi und Silvio Barbieri, die im Jahr 2012 die Spirituosenfirma ihres Vaters Giuseppe erbten und beschlossen, etwas Unerwartetes und Innovatives daraus zu machen. Anstatt wie die meisten Fabriken eine normal-alkoholhaltige Spirituose zu produzieren, wollten sie einen Apéritif mit tiefem Volumengehalt herstellen. Wo aber der Volumengehalt tief ist, muss der Geschmack hoch sein. Und so nahm die Geschichte ihren Anfang…

Erst nach sieben Jahren war das Rezept perfekt

Silvio und Luigi benötigten ganze sieben Jahre, um ihr Rezept (das natürlich wie die meisten anderen europäischen Spirituosenrezepte geheim ist) zu perfektionieren. Nachdem sie das Spirituosengeschäft ihres Vaters geerbt hatten, tüftelten sie sieben Jahre lang am Aperol-Rezept, das sich seither nicht verändert hat.

Der Name ist Programm

Aperol ist tatsächlich ein Drink voller Gegensätze: vielfältigste Geschmacksnoten mit wenig Alkohol. Aperol gehört an den Anfang des Abends, nicht an den Schluss, genauso leicht langweilig,  wie es der Name schon sagt, ganz so, wie beim französischen Ausdruck „Apéritif“ auch gemeint: ein leichter, den Gaumen anregender „vor-Dinner-Drink“ (genauso könnten wir deshalb Gatorade auch „Hangover Saft“ nennen, oder Milkshakes „weil-du-das-Dessert-gleichzeitig-mit-dem-Hamburger-essen-wolltest“.

Der deutsche Aperol ist leicht stärker

Aperol in Deutschland hat einen Alkoholgehalt von 15%. Warum? Wegen des Einwegpfand-Gesetzes. Und ja, das klingt ganz nach einem verzweifelten oder betrunkenem Scrabble- Zug, ist aber eigentlich bloss Teil des deutschen Plastik- und Glas-Rezykliersystems, bei welchem ein 25-Cent-Pfand auf Glas- und PET-Flaschen erhoben wird, wenn die Flüssigkeit weniger als 15% Volumengehalt aufweist.

Aperol weiss, wie man unsere Herzen erobert (mit Werbung!)

In den Sechzigern hatte Aperol grossen Erfolg mit TV-Spots in berühmten italienischen TV-Shows („Aahhhh, Aperol…!“), aber unser persönlicher Liebslingsspot ist natürlich derjenige aus den Neunzigern für das nur kurz erhältliche Aperol Soda, weil da die Neunziger-Haare wallen, die berüchtigten engen Westen zur Schau gestellt werden, und Aerosmith aus den Lautsprechern schallt, und das alles in einer italienischen Version des Tom Cruise Filmes „Cocktail“, der, wie wir hoffen, ja eigentlich das Vorzimmer des Paradieses ist.

Aperol also – man darf – und muss – ihn trinken!

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