Vite Colte

Bei unserem letzten Beitrag über das Piemont konnten wir uns kaum retten vor Begeisterung: Die Landschaft, die Weine, das Essen und die herzensguten Bewohner dieser traumhaften Region am Fusse der Alpen – alles wirkt beinahe wie aus einem Fellini-Film. Vergleichbar mit guten Filmen hinterlässt jedoch auch die Weinregion Piemont am Ende der Erzählung sehr viel Stoff zum Nachdenken: Kaum eine Region in Italien ist weintechnisch so sehr reglementiert und geprägt von verschiedenen Herkunftsbezeichnungen wie das Piemont.

Um sich einen Überblick über dieses Konstrukt zu verschaffen, heisst es mal wieder die Schulbank zu drücken – oder den Fensterplatz zu wählen, das überlassen wir ganz euch…

An der Tatsache, dass 130.000 Weinbauern ca. 60.000 ha Weinberge bewirtschaften, kann man die Struktur des Piemonts schon etwas erkennen. Viele dieser Bauern betreiben neben Ackerbau und Gemüsekulturen auch Weinbau und verkaufen ihre Trauben an Grosskellereien und Kooperativen, wie eben die «Cooperativa Vite Colte», welche die grösste im Piemont ist, und deren Traubengut aus folgenden Provinzen stammt:

Le Langhe:
Das bedeutendste Anbaugebiet. Aus diesem Gebiet kommen unter anderem die edlen Barolo und Barbaresco-Weine. Die Langhe befindet sich im südwestlichen Teil des Piemonts, eingegrenzt von den Seealpen im Norden und dem ligurischen Apennin im Westen. Hier dominieren die Nebbiolo-Traube bei den Rotweinen, und die Arneis bei den Weissweinen.

Il Monferrato:
In den Provinzen Asti und Alessandria gelegen, steht Monferrato in erster Linie für die Rebsorte Barbera, und in den Regalen finden sich «Barbera del Monferrato» immer noch für leichte, jung zu trinkende Barbera-Weine. Unterdessen dürfen für DOC Monferrato-Weine auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauviginon und Chardonnay abgefüllt werden.

Coste della Sesia:
Die DOC Coste della Sesia ist eine relativ spät (1996) gegründete Denomination. Als dessen historischer Kern gilt die DOCG Gattinara, die für ihre reinsortigen Nebbioloweine bekannt ist. Weiterhin beinhaltet die DOC Coste della Sesia die Gebiete der traditionellen Anbauzonen Lessona und Bramaterra.

Canavese:
Die Weissweine der Region werden zu 100 % aus der Rebsorte Erbaluce gekeltert. Die Rotweine ohne Spezifikation (Canavese rosso, Canavese rosato und Canavese rosato spumante) müssen zu mindestens 60 % (einzeln oder zusammen) aus den Rebsorten Nebbiolo, Barbera, Uva Rara, Bonarda, Freisa und/oder Neretto gekeltert werden. Die Region liegt nördlich im Piemont auf kiesigen Moränenböden.

In diese massgebenden Provinzen unterteilt, finden sich die als DOC deklarierten Ortschaften, dessen «geschützte Herkunftsbezeichnungen» geografisch weitläufig gesetzt sind. Allein die DOC «Asti» erstreckt sich über 118 Gemeinden. Bei den DOCG-Gebieten wird es dann aber ein wenig übersichtlicher: Hier gibt es aktuell 18 Klassifizierungen, und die Mehrheit liegt in den Gebieten Barolo und Barbaresco, welche den strengsten Vorschriften unterliegen.

Und somit beenden wir für den Moment den Unterricht und gehen zur praktischen Anwendung des Wissens über: Flasche aus dem Keller, die passenden Gläser auf den Tisch und mit dem richtigen Ausblick dem Fensterplatz frönen, welcher zwar nicht Wissen anhäuft, aber dafür Gemüter entspannt.

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