Die kanadischen Vorschriften für Whisky sind im Vergleich zu denen für Scotch oder Bourbon relativ flexibel, was den Destillateuren viel Raum für Innovation und Experimente lässt. Der gesamte Prozess, von der Maische bis zur Abfüllung, muss in Kanada stattfinden. Die Reifung muss für mindestens drei Jahre in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von höchstens 700 Litern erfolgen. Es gibt keine Vorschriften bezüglich der Art des Fasses (neu oder gebraucht), wie es bei Bourbon (nur neue, ausgekohlte Eichenfässer) der Fall ist. Kanadischer Whisky wird oft als "Rye Whisky" (Roggenwhisky) bezeichnet, obwohl er nicht zwingend einen Mindestanteil an Roggen enthalten muss, im Gegensatz zu amerikanischem Roggenwhisky. Die Maische kann eine Mischung aus verschiedenen Getreidesorten wie Mais, Roggen, Weizen und Gerste sein. Eine Besonderheit ist die sogenannte "9,09%-Regel". Kanadischer Whisky darf bis zu 9,09 % eines anderen Alkohols oder Aromastoffs (wie Wein oder Brandy) enthalten, solange das Endprodukt den allgemeinen Charakter von kanadischem Whisky beibehält. Bekannte Abfüllungen sind Canadian Club, Seagram’s oder Crown Royal.