Vom Arzneischrank in die modernsten Bars der Welt
Die Geschichte des Gin's ist so facettenreich wie seine Botanicals. Hier ist ein Überblick über die bewegte Reise dieses Kultgetränks.
Britische Soldaten, die im 80-jährigen Krieg in den Niederlanden kämpften, entdeckten das Getränk und schätzten es als „Dutch Courage“ (holländischen Mut), den sie sich vor der Schlacht antranken. Sie brachten den Genever mit nach Hause, wo der Name im Laufe der Zeit zu „Gin“ verkürzt wurde.
Gin war zeitweise billiger als Bier. In jedem fünften Londoner Haus wurde Schnaps gebrannt. Die sozialen Folgen waren verheerend – Kriminalität und Sterberaten stiegen massiv an, was dem Gin den Beinamen „Mother’s Ruin“ einbrachte. Erst der Gin Act von 1751 regulierte die Produktion und beendete das Chaos durch strenge Qualitätskontrollen.
Der eigentliche Durchbruch kam 1999 mit Hendrick’s Gin, der mit Noten von Gurke und Rose den Weg für den „New Western Style“ ebnete. Heute gibt es eine schier endlose Vielfalt an regionalen Gins – von deutschen Klassikern wie Monkey 47 bis hin zu exotischen Varianten aus Japan.
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1. Die holländischen Wurzeln (16. & 17. Jahrhundert)
Obwohl Gin oft als typisch britisch gilt, liegt seine Wiege in den Niederlanden. Dort entwickelte der Arzt François de la Boe (Dr. Sylvius) im 17. Jahrhundert eine medizinische Tinktur auf Wacholderbasis namens „Genever“. Die Wacholderbeere galt damals als Heilmittel gegen Nierenleiden und Verdauungsprobleme.Britische Soldaten, die im 80-jährigen Krieg in den Niederlanden kämpften, entdeckten das Getränk und schätzten es als „Dutch Courage“ (holländischen Mut), den sie sich vor der Schlacht antranken. Sie brachten den Genever mit nach Hause, wo der Name im Laufe der Zeit zu „Gin“ verkürzt wurde.
2. Die „Gin Craze“ in London (18. Jahrhundert)
Der eigentliche Aufstieg begann, als der Niederländer Wilhelm von Oranien 1689 den britischen Thron bestieg. Er belegte französische Import-Spirituosen mit hohen Steuern und erlaubte es gleichzeitig jedem Bürger, ohne Lizenz Gin zu brennen. Dies führte zur berüchtigten „Gin-Epidemie“:Gin war zeitweise billiger als Bier. In jedem fünften Londoner Haus wurde Schnaps gebrannt. Die sozialen Folgen waren verheerend – Kriminalität und Sterberaten stiegen massiv an, was dem Gin den Beinamen „Mother’s Ruin“ einbrachte. Erst der Gin Act von 1751 regulierte die Produktion und beendete das Chaos durch strenge Qualitätskontrollen.
3. Fortschritt und der Gin-Tonic (19. Jahrhundert)
Im 19. Jahrhundert revolutionierte die Erfindung der Kolonnenbrennerei durch Aeneas Coffey die Herstellung. Es war nun möglich, einen reineren, trockeneren Stil zu produzieren: Der London Dry Gin war geboren. Gleichzeitig entstand in den tropischen Kolonien der Gin-Tonic. Britische Soldaten in Indien mussten Chinin zur Malaria-Prävention einnehmen. Da Chinin extrem bitter war, mischten sie es mit Zucker, Limette und ihrem geliebten Gin – so wurde aus einer Medizin ein Weltklasse-Longdrink.4. Die moderne Renaissance (Ab 1990er Jahre)
Nachdem Gin Mitte des 20. Jahrhunderts fast von Wodka verdrängt worden war, feierte er ab Ende der 80er Jahre ein Comeback. Marken wie Bombay Sapphire (1987) setzten auf hochwertiges Design und mehr Botanicals.Der eigentliche Durchbruch kam 1999 mit Hendrick’s Gin, der mit Noten von Gurke und Rose den Weg für den „New Western Style“ ebnete. Heute gibt es eine schier endlose Vielfalt an regionalen Gins – von deutschen Klassikern wie Monkey 47 bis hin zu exotischen Varianten aus Japan.
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