Herstellungsverfahren alkoholfreier Weine

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Viele Menschen interessieren sich inzwischen für Wein ohne Alkohol und stellen dazu jede Menge Fragen: Wie entsteht so etwas überhaupt? Wie schmeckt das? Gibt es empfehlenswerte Sorten? In unserer Rubrik mit häufigen Fragen versuchen wir genau darauf einzugehen.

 

Wie entsteht alkoholfreier Wein?

Die meisten sind erstaunt, wenn sie erfahren, dass alkoholfreier Wein tatsächlich zunächst ganz normaler Wein ist. Viele vermuten eher Traubensaft – doch die Grundlage ist klassisch vergorener Wein mit Alkohol. Erst nachdem die Trauben geerntet und vinifiziert wurden, wird der Alkohol wieder entzogen. Dieser Schritt ist technisch anspruchsvoll und beginnt schon im Weinberg: Welche Rebsorten eignen sich? Wie hoch wird der Alkoholgehalt am Ende sein?
Wein ist ein komplexes Produkt – Rebsorte, Herkunft und Klima machen einen großen Unterschied. Ein Riesling aus Deutschland kann bei 8–9 % Vol. liegen, während ein Shiraz aus Australien sogar um die 15 % Vol. erreicht. Alkohol ist ein wichtiger Bestandteil des Geschmacks. Er beeinflusst Süße, Säure, Aromen und das Mundgefühl – all das muss bei alkoholfreien Varianten neu austariert werden.

Die gängigen Verfahren

Aktuell gibt es drei etablierte Methoden, um Wein zu entalkoholisieren: Spinning-Cone-Technik, Vakuumdestillation und Umkehrosmose.

- Spinning-Cone-Technik

Bei dieser Technik wird der Wein in mehrere Bestandteile zerlegt und später ohne Alkohol wieder zusammengeführt. Das passiert in mehreren Temperaturstufen und sehr vorsichtig, da Geschmack und Duft sehr empfindlich sind. Ziel ist ein harmonisches Verhältnis zwischen Süße, Säure, Aromen und Textur.

- Vakuumdestillation

Hier wird der Druck über dem Wein reduziert, sodass der Alkohol schon bei niedrigen Temperaturen (z. B. ca. 30 °C) verdampfen kann. Das schont das Aroma, denn Hitze kann die feinen Duftstoffe beeinträchtigen. Moderne Anlagen fangen die flüchtigen Aromen auf und geben sie später wieder zum alkoholfreien Wein, sodass der ursprüngliche Charakter weitgehend erhalten bleibt.

- Umkehrosmose

Bei der Umkehrosmose läuft der Wein durch extrem feine Filter. Wasser- und Alkoholmoleküle passieren den Filter, während Farbstoffe, Tannine und Aromastoffe zurückgehalten werden. Die filtrierte Wasser-Alkohol-Mischung wird anschließend destilliert, um den Alkohol abzutrennen. Danach wird das Wasser wieder mit den aromatischen Bestandteilen vereint.
 

Entwicklung und Ausblick

Diese Verfahren sorgen bereits heute für durchaus überzeugende alkoholfreie Weine. Gleichzeitig wird weiter geforscht, um Geschmack und Trinkgefühl noch näher an klassische Weine heranzubringen. Wir rechnen damit, dass in den nächsten Jahren spannende neue Produkte auf den Markt kommen – und freuen uns schon darauf, sie als Erste anbieten zu können.

Unser Sortiment an No - Low Weinen